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         ++++Die Resonanz auf der Plattdeutschen Seite ist groß, so daß ich hier eine 2.Seite eingestellt habe. Danke an Ewald Eden, Heimatdichter aus Ostfriesland.++++         

                                                                                                                               

 



Du dicker runder Silbermond ,
da in der tiefen schwarzen Bläue -

sag’ uns, was Dir innewohnt,

mach schlau uns in der Menschseinschläue.

Der Mann im Mond, so denken wir

mit uns’rem winzig’ Menschverstand,

hat keine Last mit Querverkehr,

dieweil es unbewohnt, sein Land.

Dabei haben wir man grade Ahnung

von einem Pünktchen aller Wahrheit -

von Tidenhub und Insellahnung,

bis hin zur Stein- und Eiseszeit.

Wir wissen um unsere Verdauung

und wie man Bomben baut und mehr -

dabei ist Menschens Weltanschauung

ein Furz – und der sitzt auch noch quer.

Du wirst jetzt deine Nase krausen,

du lieber bleicher Mondesmann

und sagen, lasst ihn einfach sausen -

im Weltall stört sich Nümms daran
 

ewaldeden 
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Video Helgoland (Lange Anna)
 




Orkan auf der Insel Rügen
 
Orkan stürmt über`s Inselland,
reisst Baum- und Strauchwerk raus.
Ostseewellen überspülen den Strand,
nehmen Strandgut mit aufs Meer hinaus.
Schaurig klingt das Lied von der See.
Tosende Brandung, das Meer spielt verrückt.
Möwen kreischen in Luv und in Lee,
als hätte sie die Brandung verzückt.
Hohe Wellen prallen die Kreide,
die Felsen singen ihre schaurige Leide.
Bei diesem Anblick meiden viele die Nähe
und verlassen die Wand wie scheuende Rehe.
Die Kreidefelsen als Kennung von Rügen -
stolz ragten sie einst hoch über dem Meer.
Sie nun so zu sehen, ist kein Vergnügen,
anders mochte man sie wohl sehr.
Opa Krause - allen noch bekannt,
läßt es so mit den Kreidefelsen nicht stehn.
Er hat schon lange erkannt,
so kann es nicht weitergeh’n.
Großgeworden ist er mit ihnen,
verbrachte auf Rügen eine schöne Zeit.
Jetzt möchte er dem Erhalt der Kreide dienen,
dazu bietet sich nun die Gelegenheit.
 
©annerose
 

 



Der alte Hafenkäpten Holzbein
fährt heute seinen letzten Törn.
Im schwindenden Licht
stopft er bedächtig die Pfeife,
ein letztes Mal noch – er scheidet nicht gern.
 
Im Pfeifenkopf glüht der knisternde Brand.
Sein Blick eilt gemächlich den Priel seewärts hoch,
zur Untiefe über dem treibenden Sand -
zehn Faden abseits vom schimmernden Loog.
 
Der Seenebel schleicht sich auf seidenen Pfoten
vom gründelnden Wasser über die Watten heran.
Zwei Kutter fehlen noch an den Dalben -
auf einem fährt Lasse, sein Sohn.
Die Nebelbänke beginnen zu kalben -
er hört’s an der Glocke singendem Ton
 
Das Feuer des Turmes reicht noch grad’ zu den Kanten,
es verschwindet dann mit den Pricken im Grau.
Voll Wehmut streift sein Blick den alten Sextanten,
der stets ihn geführt in den sicheren Hafen,
zum wartenden Kind und der bangenden Frau.
 
Kein Geräusch ist zu hören,
kein tuckernder Diesel, kein Mövengekreisch
läuft sich nähernden Booten voraus -
einzig das Ächzen der lenzenden Pumpen
dringt still aus dem alten Sielwärterhaus.
 
Der Käpten kann seinen Platz nicht verlassen
solange auch bloß ein Ankerpfahl leer.
Mit schwieligen Händen hat er das Signalhorn zu fassen -
nie fiel ihm vorher eine Wache so schwer.
 
Dann endlich - schemenhaft schlagende Segel,
zwei Schiffsleibe gleiten geräuschlos heran.
Es fehlen die Kurren – an einer Winsch fehlt ein Schlegel,
doch es fehlet an Bord kein einziger Mann
 
So kann er beruhigt sein Wirken beschließen -
manch Wetter ist in den Seiten verborgen.
Noch einmal im Sielkrug die Heimkehr begießen -
bis in den neuen, den dräuenden Morgen
ee
 
 

 



Versteist Du wat de Stöörm di sächt
wenn he so över d’ Land henfächt?
He brengt Verkloaren van wiet her -
van Unverstand un noch veel mehr.
Wenn he denn düchdich is an ruusen,
huult över d’ Dakk un üm de Huusen -
pakkt de Bööm bi ehre Kroon
un dreit hör as een Grammophon.
Brengt dat Woater so in Brast,
dat dat in keeneen Büks mehr passt.
Denn stell di boaben hen up d’ Diek
un spöör wu de Natuur so riek,
denn riet dien Haart in Hängen oapen -
blods so kanns du up Wunner hoapen
 
ee
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Luuster in de Nacht, mien Kind,
luuster in de düster Wieden -
dor buten speelt de Nachtenswind,
dat moakt he all sied alle Tieden.
He speelt sien Spill up veele Orten,
mit allens wat he kriegen kann -
mit Strüük un Bööm in veele Szorten,
ok Haarten geit he foaken an.
Wenn irgendwat up d’ Haart di licht -
du glöövst, dat bold de Dod di neit,
denn kiek de Wind liek in d’ Gesicht
un spöör wu flink de Pien vergeit
 
ewaldeden
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De ole Möählen . . .

De ole Möählen dor in d’ Land
see hett woll loahme Flöägels
de hooge Kopp - dat Reitdakks Band
is Huus vöör veele Vöägels

De Wind - de huult un is vergrellt
dat sükk dor niks mehr dreit
as wenn he een Geschicht vertellt
de dör de Glieven weiht

ewaldeden

 


Dat oostfreeske Paradies

Wenn du een Stää söchst
wor de Minschen noch sünd
so as us Heergott hör trechtsett hett
so is dat Oostfreesland
mit de busige Wind
un mit de Wischen so gröön un so fett
wenn du een Stää söchst
wor dat Lääven geböört
wor Minschen noch Minschen bünd
so is dat Oostfreesland
mit de Eilands as Steert
wor de Natur noch to d’ Olldach gehöört
wenn du een Stää söchst
wor di kannst verhoal’n
wor d’ Knücheln un Rheumoa verflücht
wor du för d’ Moin särgen
niks bruks betoal’n
so is dat Oostfreesland
mit de herrlichste Lücht

ewaldeden
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c

Grüße zur Nordsee

Ich grüße aus der Ferne,
vom schönen Ostseestrand.
Ein Gruß den schick ich gerne,
zur Nordsee ins Friesland.
Das Meer ist fast das Gleiche,
wie hier am Ostseestrand.
Grüß mal die lange Anna,
  da drauß`auf Helgoland.
Bei euch gibt`s die Gezeiten,
wir kennen sie hier nicht.
Die See, sie grüßt von Weiten ,
mit schäumend weißer Gischt.
Es grüßen saftige Wiesen,
dort im Marschenland,
wo bunte Blumen spriessen,
an der Nordsee in Friesland.

@annerose
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Hörtext gesprochen von Ewald Eden

 

De Suupsakk . . .

In d`Kroog sitt Hein nu sied tein Stünn`n
hett Schlukk un Beer woll dartich Stück
een letzten deit he sükk noch günn’n
de fäält hüm an dat groote Glükk

Bold licht sien Kopp man stuuv up d’ Theke
he schnuurkt luut as ‘n Kettensoach
so sücht man hüm hier jede Wääke
wenn d’ good geit ok woll aal twee Doach

Wenn de Kröger hüm denn feustert
so Klokk half een noa Middennacht
up runde Fööt noa Huus he steustert
wor futerich sien Olschke wacht

See pakkt hüm denn ok glieks an d’ Kroagen
un givt hüm düchtich wat up d’ Pans
dornoa see sükk denn sass verdroagen
un seecht sükk wäär bi d’ Holschendanz

ee

 




Loat de Tied ruusen,
loat de Tied suusen.
See hollt nich Ruh’ un hollt nich still,
see moakt doch jümmers wat see will.
Un jümmers löpt see liek vöörut -
luurt nümms up d’ Bekk,
kikkt nümms up d’ Schnuut.
Deit elker Dach de glieker Trää,
ov Kreech nu is, ov dat is Frää.
Elker Dach is d’ lächt un düster
un elker Dach is Rümgeknüster.
Ov Sünnenschien ov Hoagelschuur -
Tied faalt dat lopen ni nich stuur.
Drüm wees, mien Frünnd, mit Tied good Frünnd -
solaang as wi up Eerden bünd
 
ewaldeden
 

 

Diese Geschichte und noch mehr, können Sie auf Ewald Eden, seiner Homepage nachlesen. Er ist der Autor der Geschichten für unsere Kleinen aber auch Große können Sie lesen.
Ein Klick auf das Buch führt zu seiner Homepage:
           

 

Ein Hin und Her zwischen Jannes und seiner Oma -

oder das Problem mit der Aussprache …

 

Gottseidank hat Jannes seine Oma noch. Die Oma die ist aus seiner Zehnjahressicht wohl
schon ganz schön alt, aber sie ist noch so was von Plietsch – und das besonders, wenn sie
ihm wieder einmal gegen seinen altmodisch strengen Papa zur Seite steht, wenn der mal
wieder sagt, dass früher, zu seiner Zeit, doch alles gaaanz anders gewesen sei. Denn guckt
Jannes seine Oma nur immer mit einem Blick an, in dem ganz groß die Aufforderung zu lesen
ist: Omaaaaaaa … nun sag Du doch mal was – DUUU als seine Mama, Duuuu bist doch
schließlich dabeigewesen! Komischerweise kann seine Oma denn auch in ihrem eigenen
Gesicht lesen - gerade so, als würde sie vor einem Spiegel stehen … und denn MUSS sie
einfach die Sicht von Jannes Papa, die manchmal wirklich ein büschen verbogen ist, wieder
ein wenig geraderücken.

Genauso deutlich wie Jannes Oma in solchen Momenten in ihrem Gesicht lesen kann,
genauso so deutlich liest sie Jannes oft vor. Seine Oma Plüsch, die kann das Vorlesen
aber auch … Sogar in Jannes Schule traut sie sich Geschichten vorzulesen – sie sagt,
sie kommt sich dann immer so vor wie in den Jahren, in denen sie auf der großen
Theaterbühne mucksmäuschenstill in der Muschel hockte und flüsternd den Schauspielern
vor ihr auf der Bühne über ihre Hänger hinweghalf. Jannes seine Oma hatte nämlich ganz
ganz viele Spielzeiten als Souffleuse am Schauspielhaus gearbeitet. Jannes kann daher
auch schon verdammt gut lesen. Sein Lehrer, der Herr Blindfisch – nun lacht nicht so, er
heißt wirklich so – hatte das letzte Woche vor der ganzen Klasse gesagt. Oma Plüsch übt
aber auch regelmäßig mit ihm. Die beiden machen denn ein richtiges Rollenspiel aus den
Übungen. Jannes Papa hat auf der großen Kopiermaschine in seinem Büro extra dafür
ganz viele Geschichten vervielfältigt, so dass sie immer beide den gleichen Text vor sich
haben, wenn Oma und Enkel in die Leseschlacht ziehen. Wie beim Fußballspielen – oder
neeee … Oma Plüsch spielt ja kein Fußball – wie beim Schachspielen geht es dann meistens
Unentschieden zwischen den beiden aus. Nur manchmal macht Jannes sich einen Spaß und
bringt Oma Plüsch beim vorlesen ins wackeln. Und zwar immer dann, wenn Oma beim vorlesen
ihre Stirn kraust – dann weiß Jannes, dass gleich wieder etwas kommt, bei dem er eingreifen
muß. Dann liest Oma Plüsch nämlich wieder „Neu Jork“ oder „Bubbelgum“ und wenn Jannes
sie dann mit „aber Oma, dass heißt doch „Nju York“ und „Babbelgam“ unterbricht, dann murmelt
sie auch schon mal – für Jannes Ohren nicht bestimmt - was von „ach wat, dat olle
Pitschginenglisch“ vor sich hin, um gleich darauf- wieder für seine Ohren bestimmt – korrekt
weiter zu lesen. Jannes Freude darüber, seine Oma in Punkto Wörter lesen nun endlich schlau
gemacht zu haben, sollte aber nicht von langer Dauer sein, denn jetzt geschah etwas, was
Jannes sich die Haare raufen ließ –. Oma Plüsch las ihm aus ihrem Tageblatt aus dem
Bericht über die Neueröffnung einer Wurstbraterei den folgenden Satz vor: In dem rollenden
Imbiß am Kartoffelacker kann der hagreigi Kandi neben anderem auch leckere Hämbörger
und knackige Fränkforter gegen den Hangir bekommen. Jannes konnte nicht an sich halten
– Omaaaaaaaaaa, da steht doch der hungrige Kunde und Hamburger und Frankfurter geschrieben.

Kannst Du denn immer noch nicht richtig lesen ...

 

ewaldeden

 

 



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